Teil zwei. Erster Urlaub Schweden

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Angekommen…In einem Land von dem ich immer geträumt hatte. Ich mich gerne gedanklich hin zurück geträumt habe, obwohl ich nur aus Filmen wusste, wie es ungefähr dort aussieht. Ich wusste nicht viel über Schweden. Über Kultur und Menschen, über Gepflogenheiten und der Gleichen.

Heute bin ich um einige Schwedenerfahrungen reicher. Positiv, als auch negativ. Ich kenne die guten Seiten, genauso wie die nicht so Guten. Aber dazu ein ander mal.

Der erste Tag, es war ein Sonntag, es ging es nach Vimmerby. Ich hab mir alle Drehorte der Astrid Lindgren Filme rausgesucht und fein säuberlich in ein kleines Notizbuch geschrieben. Ich bin da eher altmodisch-hab tausend kleine Bücher, wo ich für mich schöne Dinge rein schreibe und ich wollte schon immer in die „Kleine. kleine Stadt“ (Zitat A. Lindgren)

Der Weg dorthin sollte laut Navi 3 Stunden anzeigen. „Drei Stunden?“, würde manch einer denken. Ha, aber ich nicht. Die Fahrt dorthin, war wunderschön und mit jedem Kilometer, den ich fuhr, schlug mein Herz ruhiger und ruhiger. Vorbei an hügeligen Feldern, tiefen Wäldern durchquert von Asphaltstraßen, Rehen auf Feldern, Morgennebel der sich langsam verzog, bis hin zum ersten Mal „VIMMERBY“ und „MARIANNELUND“auf dem Verkehrsschild. Mariannelund , Moment , da muss ich halten, auch wenn ich keine Suppenschüssel auf meinem Kopf hab. 😉 Dort, muss ich ehrlich sagen, war ich enttäuscht. Nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber da ich guter Dinge war, fuhr ich weiter nach Vimmerby. 21,2 km , 17 Minuten. Uiuiui mein Herz. Die strecke von Mariannelund nach Vimmerby ist wirklich ein Augenschmaus. Links ein See, Berge, dann die 40 hoch und Felder die so schön und einladend sind, dass man am liebsten überall aussteigen möchte, um sich zum Träumen in die stoppeligen Halme zu legen um den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Nina, ein andermal, du hast eine Mission zu erfüllen. 🙂

Das gelbe Holzschild mit Pipi Langstrumpf drauf, begrüßte mich! Dann durch den Kreisverkehr, Rechts „Årla“ , links die kleine, kleine Stadt. Ich war da! Für viele mag Vimmerby eine gewöhnliche, kleine schwedische Stadt sein. Nichts Besonderes. Aber ich sollte an diese Stadt noch viele , wunderschöne Erinnerungen und Monate haben. Das wusste ich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Und wie ich so in diese Stadt fuhr, dudelte Melissa Horn( https://www.melissahorn.se ) ihr Lied „Jag saknar dig mindre och mindre“ . Gänsehaut. Ich bog ein in die Prästgårdsgatan , noch 200 Meter, dann befindet sich dein Ziel auf der linken Seite. In diesem Moment und das ist nicht gelogen, war ich voller innerer Zufriedenheit, Ruhe und Glück. Es machte sich eine Bedachttheit in mir breit, wie ich sie zuvor glaube ich noch nie in meinem Leben wahrgenommen habe. Das Auto parkte ich auf dem zugehörigen Parkplatz des „Astrid Lindgren Museums“(https://astridlindgrensnas.se ) , stieg aus, schloss ab und ging den langen Weg, gesäumt von mit Äpfel behangenen Bäumen zum Museumseingang. Alles roch so gut, alles sah schön und warm und einladend aus. Nachdem ich mein Ticket und meine Kopfhörer für eine Museumstour gekauft hatte, begrüßte mich eine überdimensional große Bank auf der man verweilen konnte. Neben ihr ein Apfelbaum. Alles so natürlich, alles so schlicht und gradlinig gehalten. Ich legte mich auf die besagte Bank , schloss meine Augen, atmete tief ein und aus und lauschte der Erzählerin. Es war, als würde mich jemand mit einem Schlag in meine Kindheit zurück katapultieren. Wenn ich heute daran denke, und das mache ich oft, bekomme ich immer noch Gänsehaut…

Zwei Stunden später und ein bisschen schlauer, trank ich im dazugehörigen Café einen Kaffee und freute mich sehr über all die neuen Eindrücke und den glutunfreien Kuchen. 🙂

Die nächste halbe Stund sollte mein Leben verändern. Wie? Ich ging durch die angrenzenden, wunder wunderschönen Gärten in Näs. Der Ort, indem Astrid Lindgren ihre gesamte Kindheit verbrachte, voller wilder und abenteuerlustigen Geschichten mit ihren Geschwistern, ihren Eltern und Mägden und Knechten. Für mich ist Näs ein magischer Ort. Ein Ort an dem ich unwahrscheinlich gerne bin.

Hier möchte ich arbeiten. Ich möchte in Deutschland schwedisch lernen, meine Zelte abbrechen und GENAU HIER arbeiten. Hattest du schonmal einen großen Traum. Einen, von dem du wusstest „Das schaffe ich, auch wenn es schwierig wird.“ ? Das fühlt sich toll an, oder?

Als ich schließlich vom Parkplatz fuhr, fühlte ich mich frei! Frei , entschloßen und glücklich!

Wer mich kennt, weiß, dass ich Musik zum Überleben brauche. Also ab Richtung Stora Torget. So heißen in Schweden die Marktplätze. Wußtest du, dass jede Stadt so einen Stora Torget hat? 🙂 Dort angekommen war auch der nächste Plattenhändler nicht weit. ( http://www.ultimate.se) Auch hier sollte ich noch eine besondere Begegnung haben. 🙂 Ein netter Mann warf mir ein freundliches „Hej“ zu und ich fragte auf englisch nach ein paar CDs. Unter anderem den orginal Liedern auf schwedisch, von allen Astrid Lindgren Filmen. Er muss raus gehört haben, dass ich aus Deutschland komme und fragte mich. Tja, und wie es der Zufall so wollte, kam seine halbe Familie auch dort her. Allerdings ist Mats in Schweden geboren, spricht aber sehr gut Deutsch. Meine CD gabs leider nicht im Laden, aber er würde sie mir gerne bestellen und nach Deutschland schicken. Ich ließ also Adresse und Handynummer da, verabschiedete mich und ging. Einen weiteren Kaffee später, klingelte mein Handy. Komische Nummer, kenne ich nicht. Nachdem ich den Anruf annahm, ertönte eine nette Stimme die deutsch mit schwedischem Akzent sprach. “ Hej Mats , du bist es, was gibts?“ „Nina, ich hab deine CD im Lager gefunden. Bist du noch in Vimmerby? Kannst du sie abholen?“

Auf dem Nachhauseweg hatte ich die CD an und ein Grinsen im Gesicht…

Fortsetzung folgt….

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Der Autor

Hej! Ich bin Nina, 35 Jahre und ein echtes Nordlicht. Naja, ok , geborgen und bis zu meinem 9 Lebensjahr aufgewachsen, bin ich in Karlsruhe. Seit nunmehr 27 Jahren aber, lebe und arbeite ich in Wilhelmshaven. Hier ist's nett, aber mein Herz verloren hab ich vor vielen Jahren in Schweden. Und genau darum, geht's hier unter anderem auch.

4 Kommentare

  1. Sabi sagt

    Ach Nina wie sagt meine Kollegin immer so schön „Mädels es ist ein inneres Blumen pflücken mit euch zu arbeiten“ genau das ging mir gerade beim lesen durch den Kopf. Es ist einfach so, so schön deine Erfahrungen zu lesen und dabei zu denken „ach ja genauso ging es mir auch“. Auch ich war von Mariannelund eher enttäuscht aber ein Besuch auf dem Katthult Hof brachte mir dann meine Kindheit wieder zurück😊
    Auf die Mats Geschichte bin ich schon sehr gespannt und natürlich auch auf jede wieder die kommt. Auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, habe ich das Gefühl deine Freude und Erinnerung die du beim schreiben noch einmal durchlebst zu spüren😊

    Alles Liebe, Sabrina

    • Liebe Sabi,

      da antworte ich dir, und dann ist mein Kommentar für dich abhanden gekommen. Das tut mir leid.
      Ich liebe deinen Kommentar, der geht runter wie Öl und ich musste so lachen, denn auch ich sag das immer, wenn mir was gefällt. Ja, das ist schon so eine Sache mit dem inneren Blumenpflücken.Und da eh Sommer ist und man das in Schweden gut kann. 😉 hihi.
      Das mit Mats, war leider nichts Besonderes. Manchmal ist das so, aber wir verstehen uns noch gut. 🙂

      Ich finde es echt sehr schön, dass du dich auf meinem Blog „verirrt“ hast. Und ich würde mich freuen, wenn du weiter dran bleibst. 🙂
      Heute habe ich die Zusage für eine wunderschöne Sache bekommen. Ich freu mich so und lässt alle meine Leser, also auch dich hautnah und fast live dabei sein. 😉 Auf Instagram kannst du sehr bald auf jeden Fall ein Livevideo sehen und ich hoffe, dass ich dich ein bisschen mit nach Schweden nehmen kann. Hups, jetzt hab ich ja schon etwas verraten. 😉
      Liebe Grüße zu dir und bis hoffentlich ganz bald!

      Hej då,
      Nina

      • Andy sagt

        Hej Nina 💙💛💙

        Du hast hier einen echt schönen Blog und ich folge dir auch auf Instagram (@schwedenreisen) . Ich stamme gebürtig aus Piteå, dass liegt ca 1000 km nördlich von Stockholm. Daher geht mir echt das Herz auf wenn ich lese wie du das Thema Schweden nicht nur liebst, sondern förmlich lebst. Ich werde deine Berichte im Blog und auf Instagram weiter verfolgen. Ich wünsche dir noch ganz viele schöne Schwedenerfahrungen/ Urlaube.

        Viele liebe Grüße 🇸🇪🇸🇪🇸🇪
        Andy

        • Hej Andy,

          Wie schön es ist, deinen herzlichen Kommentar zu lesen! Es freut mich immer, so liebe Worte zu hören. 🙂
          Noch wohne ich leider nicht im Herzensland,aber wer weiß schon, was so passiert. 😉
          So zu lesen,dass hier zu erkennen ist, dass ich dieses Land in jeder Faser meines Körpers fühle.
          Alles Liebe zu dir nach Schweden.
          Hej då,

          Nina 🙋🏼‍♀️🍀☀️

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